„Leinen los“: Lossprechung bei Solarlux in Melle

Kaufleute für Büromanagement

Der größte Wintergarten im Land steht in Melle und ist der neue Unternehmenssitz von Solarlux. Unter den Glasdächerlandschaften hatten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Ausbildungsbetrieben, Berufsschule, Famlienangehörige und Freunde der neuen Kaufleute für Büromanagement versammelt.

Die 115 Absolventinnen und Absolventen erhielten die Urkunden aus den Händen ihrer Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer, des stellvertretenden Schulleiters der BBS Pottgraben, Heinz Fortmann, der Abteilungsleiterin der BBS Pottgraben, Doris Löhr, der Vertreterin der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, Melanie Mathar, und des Landtagsabgeordneten Martin Bäumer, der die Festrede hielt.

Eine Besonderheit: als letzte Absolventin war auch Bürokauffrau Janine Hoffmann zugegen. Sie konnte nach Elternzeit ihre Ausbildung nach alter Berufsordnung abschließen. Über eine besondere Ehrung durch Teamleiter Holger Heyne, BBS Pottgraben, für hervorragende Leistungen durften sich Angelina Orhan (Wendt Maschinenbau GmbH & Co. KG, Georgsmarienhütte), Laura Kaminski (Hellmann Worldwide Logistics GmbH & Co. KG, Osnabrück) sowie Hannah Hogrebe (Tiemann, GmbH & Co. KG Schleif- & Werkzeugtechnik, Osnabrück) freuen: Die drei hatten eine Durchschnittsnote von 1,0 in ihren Berufsschulzeugnissen erreicht. 

„Die Welt steht Ihnen offen“, ermutigte Gastgeber Klaus Roloff die Berufsanfängerinnen und -anfänger in Anspielung auf den Fach- und Führungskräftemangel. Auch Solarlux suche immer wieder kompetente Mitarbeiter, denn „der Laden läuft.“ Mittlerweile beschäftige Solarlux 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort und weitere 200 an anderen Standorten. Das Unternehmen bezog seine neuen Räume in Melle erst im Laufe des letzten Jahres.

Einen ganz großen Neuanfang erlebten nun auch die 116 ehemaligen Auszubildenden. Heinz Fortmann forderte sie auf, sich auf Unbekanntes einzulassen: „Der Mensch kann nicht zu neuen Ufern aufbrechen, wenn er nicht den Mut aufbringt, die alten zu verlassen“, zitierte er André Gide. Die „Bademeister“ in Berufsschule, Ausbildungsbetrieben und Prüfungsausschüssen hätten die jungen Einsteiger bis hierher begleitet, nun seien sie fähig, eigenverantwortlich zu „schwimmen“.  

Über das große Wasser kam auch Martin Bäumer, Mitglied des Landtages, schon als kleines Kind. Der gebürtige New Yorker begann seine Festrede mit einem deutlichen Bekenntnis zur dualen Ausbildung, „um die uns ganz viele Länder dieser Erde beneiden“. Schon damals hätte sein Vater nach der Rückkehr aus Amerika zu spüren bekommen, dass es im Wesentlichen sein Gesellenbrief war, der auf der Arbeitssuche in Deutschland zur Basis seines beruflichen Werdegangs wurde. Deshalb gratulierte Martin Bäumer den Absolventen zum Prüfungsabschluss und dankte Ausbildern und Lehrern:  „Die Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Berufsschule während ihrer Ausbildung ist der Garant für das berufliche Fundament, auf dem junge Berufseinsteiger stabile Hochhäuser errichten können.“

Drei Erfolgsfaktoren gab Bäumer den Absolventen mit auf den Weg: Diese betrafen den besonnenen Umgang mit Worten, mit Fehlern sowie die Unterscheidung von äußeren und inneren Werten.

Wie wichtig ermutigende Worte sind, machte der vierfache Vater an der Figur „Bob, der Baumeister“ klar, der in jeder Folge mehrmals feststelle: „Ja, wir schaffen das.“ Dieses positive Denken gebe Rückenwind. Das Denken bestimme die Worte, die Worte die Handlungen. Bäumer empfahl den jungen Absolventen deshalb Fingerspitzengefühl bei der Wahl ihrer Worte. Worte könnten kräftigen und motivieren, aber auch entmutigen und demütigen, manchmal prägten sich Worte lebenslang ein. Er selbst hatte Glück: Am Ende seiner Ausbildung zum Sparkassenkaufmann habe Bäumer von seinem Chef gesagt bekommen: „Engagieren Sie sich in der Öffentlichkeit.“ Dieser Satz habe auf den inzwischen 14 Jahre im Landtag aktiven Bäumer auffordernd und unterstützend gewirkt. „Ich weiß nicht, ob ich ohne diesen Satz hier heute vor Ihnen stehen würde. Ich bin dem Satz gefolgt“, gestand er.

Zunächst irritierend wirkte die zweite Empfehlung des gelernten Sparkassenbetriebswirts: „Machen Sie Fehler.“ Wesentlich sei hierbei allerdings der souveräne Umgang mit eigenen Unzulänglichkeiten: mutig und offensiv zu Fehlern zu stehen und daraus zu lernen. 

Die dritte Empfehlung betraf den Umgang mit anderen: „Machen Sie sich die Mühe, die inneren Werte zu erkennen.“ Nicht jede und jeder mit „großer Klappe“ und teuren Äußerlichkeiten könne dem entsprechen, was er oder sie vorgebe zu sein oder zu wissen. Schließlich rief der Politiker die jungen Leute zum Engagement für die Gesellschaft auf: „Vereine, Verbände, politische Parteien brauchen Ihre Unterstützung. Helfen Sie dort, wo es Ihnen Freude macht.“

Autorin: Stefanie Gerwesmann

  

Diese Seite teilen:

Zurück zum Seitenanfang