Gemeinsam mit Partnerschulen aus Italien, Bulgarien, Frankreich und der Türkei entwickelten die Projektgruppen eine umfassende, rein englischsprachige Unterrichtsreihe. Dabei wurden kritische Aspekte wie Overtourism, der Wohnungsmangel in touristischen Hotspots, die Abwanderung aus kleinen italienischen Dörfern sowie die ökologische Verantwortung großer Konzerne intensiv beleuchtet und nach Lösungsansätzen gesucht.
Der Auftakt in Sizilien: Erste Begegnung und digitale Innovation
Die Reise begann in Tusa, Sizilien. Dort trafen die Osnabrücker Schülerinnen zum ersten Mal persönlich auf die internationalen Teams. Neben dem Kennenlernen der atemberaubenden landschaftlichen und kulturellen Highlights der Insel stand harte Arbeit auf dem Programm:
- Projekt-Identität: In kreativen Workshops entwarfen die Schüler/-innen gemeinsam das offizielle Projekt-Logo.
- Sprachliche Grundlagen: Fachvokabeln rund um Tourismus und Nachhaltigkeit wurden gesammelt und gelernt.
- Digitale Umsetzung: Die Ergebnisse flossen direkt in einen selbst entwickelten, digitalen Vokabeltrainer ein.
Gegenbesuch in Osnabrück zur Weihnachtszeit: Praxis-Checks im Norden
Zur festlichen Weihnachtszeit folgte der Gegenbesuch der rund 40 internationalen Teilnehmer/-innen in Deutschland. Im Fokus standen Exkursionen und Interviews mit Praxisbetrieben vor Ort, um Nachhaltigkeitskonzepte auf Herz und Nieren zu prüfen:
- Schloss Dankern (Haren an der Ems): Das bekannte Ferienresort bereitete der großen Gruppe einen herzlichen Empfang und gab tiefe Einblicke hinter die Kulissen eines regionalen und nachhaltig wirtschaftenden Familienbetriebes.
- Meyer Werft in Papenburg: Bei einer Betriebsbesichtigung konnten sich die Teilnehmer/-innen einen Eindruck vom aktuellen und zukünftigen Bau von Kreuzfahrtschiffen verschaffen.
- AIDA Nova (Hamburg): Bei einer exklusiven Führung auf einem der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt in Hamburg diskutierten die Schüler/-innen direkt an Bord über Umweltschutzmaßnahmen und die Zukunft der Hochseeschifffahrt.
Abschluss in der Türkei- Istanbul: Inflation und Overtourism hautnah
Das finale Treffen führte die Projektgruppe in die Türkei, um von Overtourism stark belastete Gebiete direkt zu analysieren. Im Istanbuler Stadtteil Balat führten die Schüler/-innen strukturierte Interviews mit Einheimischen und lokalen Geschäftsinhabern über die soziokulturellen Folgen des Tourismusbooms.
Besonders spannend war eine politische Erkenntnis: Das Land steuert der extremen Inflation bei Eintrittspreisen gezielt entgegen, indem es differenzierte Ticketpreise anbietet – Einheimische zahlen deutlich weniger als internationale Touristen, um die kulturelle Teilhabe der Bevölkerung zu sichern.
Neugierig auf mehr?
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, dass gemeinsame Standards und eine internationale Vereinheitlichung von Lerninhalten die Ausbildung im Tourismusmanagement nachhaltig bereichern. Alle erarbeiteten Berichte, spannenden Details und jede Menge Bildmaterial der Reisen findet ihr übersichtlich auf unserer Taskcard!
Learning Situation Sustainable Tourism and its Future - Teaching Material - TaskCards
Wir danken allen, die dieses Projekt zu einem Erfolg haben werden lassen.
Ohne die Hilfe der Europäischen Union und der Gert und Senta Vonhoff-Stiftung wäre dieses Projekt so nicht möglich gewesen.
Melanie Frömelt