Die Anreise war sehr entspannt. Frühmorgens ging es los mit dem Flieger aus Düsseldorf, sodass ich gegen Mittag bereits in Valencia war. Meine Ansprechpartnerin von Partnership International bot mir an, mich mit einem Taxi vom Flughafen in Valencia abzuholen. Da dieser aber sehr klein und übersichtlich ist, konnte ich mich selbstständig mit der Metro zu meiner Unterkunft begeben. Ich habe am Stadtrand in dem Viertel „La Petxina“ in einer AirBnB-Unterkunft gelebt. Später habe ich mir sagen lassen, dass dieses Viertel eine der beliebtesten Wohngegenden in Valencia ist. Hier war es ruhig und im Gegensatz zum Stadtzentrum nicht touristisch. Die Unterkunft war eine geräumige und voll ausgestattete Wohnung, die ich mir mit einer Mitbewohnerin aus Madrid geteilt habe. Von dort aus war alles schnell erreichbar und da in Valencia die Leute eher zu Fuß unterwegs sind, habe ich mir schnell angewöhnt, überall hin zu laufen. Zur Arbeit habe ich dann immer knapp 20 Minuten gebraucht.
Mein Arbeitsplatz war am zentralsten Punkt in Valencia, nämlich am Nordbahnhof, was sozusagen wie der Neumarkt in Osnabrück ist. Dort habe ich im Tourismussektor in einem privaten Unternehmen gearbeitet. Hauptaufgabe des Unternehmens ist es, Tickets für Bustouren zu verkaufen, Fahrräder zu vermieten und Tuk-Tuk-Fahrten anzubieten. Wir haben aber auch als Informationszentrum fungiert und Touristen geholfen, sich in der Stadt zurecht zu finden. Hier konnte ich somit bereits in den ersten Tagen alle wichtigen Eckdaten Valencias sowie die Sehenswürdigkeiten kennenlernen. Dieser Bereich war für ein Praktikum optimal, um sowohl Berufserfahrung zu sammeln als auch die Stadt in meiner kurzen Zeit kennenzulernen. Dank der Vermittlung der Agentur „Partnership International“ konnte mir diese Erfahrung ermöglicht werden. Meine Ansprechpartnerin organisierte mir eine Stelle, wo englische Sprachkenntnisse eher erforderlich waren als spanische, da es sich überwiegend um ausländische Touristen handelte, die hier Auskunft ersuchten. Die vorab vereinbarten Aufgaben fokussierten sich überwiegend auf die Kundenbetreuung. Mein täglicher Arbeitsablauf umfasste den Ticketverkauf, die Fahrradvermietung und die allgemeine Beratung und Informationsauskunft. Zwischenzeitlich habe ich zusätzlich die deutsche Version der Website des Unternehmens grammatikalisch geprüft und korrigiert. Nach einer kurzen Einführung war ich bereits am ersten Arbeitstag in der Lage, gut mit den Aufgaben zurechtzukommen.
Nach der Arbeit habe ich mich manchmal mit einer Arbeitskollegin getroffen sowie mit Mädels, die ich durch die App „Bumble“ kennengelernt habe. Da ich durch meine Arbeit bereits alles an Architektur und Sehenswürdigkeiten des Stadtzentrums gesehen hatte, habe ich in meiner Freizeit verschiedenste Bars und Restaurants und am Wochenende den Strand besucht. Es gibt außerdem für Erasmus-Auszubildende auch interessante Angebote in Valencia, mit denen man günstig Ausflüge in andere Städte machen kann oder kostenfrei in manche Clubs, wie das „Umbracle“, hereinkommt. Mit einer Erasmus-Gruppe besuchte ich die Städte Altea und Guatalest, was für mich auf jeden Fall ein Highlight meines Aufenthalts war. Mir hat auch gut gefallen, dass an Sonntagen die Metro und die Museen gratis waren.
In der kurzen Zeit, die ich in Valencia verbracht habe, habe ich sehr viel gelernt und so lange man offen an die Erfahrung herangeht und sich traut, Dinge aus eigener Initiative heraus zu machen, kann man das Beste aus seinem Aufenthalt machen. Ich werde auf jeden Fall nochmal nach Valencia fliegen, um meine Bekanntschaften und den Betrieb dort zu besuchen.